#IranProtests: Letzte Entwicklungen – Mehrere sind tot – Machhaber bedrohen die Bevölkerung

In Politik und Wirtschaft

Im Iran geht die Bevölkerung seit drei Tagen aus Protest gegen drastische Benzinpreiserhöhung und Benzinrationierung auf die Straße. In über 50 Städten hat es Kundgebungen, Demos und Blockaden gegeben.

Der Staat reagiert hart: 22 Tote wurden bis zu diesem Moment bestätigt. Über 1000 Protestierende wurden festgenommen.

Überraschend war aber das Internet-Blackout: Seit etwa 36 Stunden sinkt die Konnektivität des Landes auf fünf Prozent des normalen Niveaus. An vielen Orten gibt es nur Zugang zu dem sogenannten Nationalen Netzwerk, also nur zu den Servers innerhalb des Landes. Kein WhatsApp, kein Telegram, kein Google.

Das Regime verhindert also den Informationsfluss fast hundertprozentig, damit die Außenwelt nicht mitkriegt, was da abgeht.

Die Behörden und der Sicherheitsapparat behaupten, dass die Lage unter Kontrolle  wäre. Präsident Rohani sagt, dass die Protestierenden keine Leute seien, sondern nur ein paar Vandalen. Die eigentlichen Leute hätten sich ihnen nicht angeschlossen, so der gemäßigte Präsident, Rohani.

Gleichzeitig ist aber der Internet-Shutdown nur ein Zeichen für weitere Unruhen, die teilweise außer Kontrolle geraten sind. Dass der Staat zu jedem Preis Verbreitung der Nachrichten verhindern will, heißt vermutlich nur, dass sie keine guten Nachrichten für die Machthaber sind.

Trotz aller Internet-Einschränkungen kommen noch Informationen raus:

In Schiras, der Großstadt im Süden, verschenken die Demonstranten den Sicherheitskräften und der Bereitschaftspolizei Narzissen. Diese Blumen sind ein Symbol dieser friedlichen Stadt, die für ihren Wein und ihre Dichter bekannt ist.

In derselben Stadt ist aber mindestens eine Person ums Leben gekommen, vermutlich erschossen.

Während es in Mitte Teherans in starker Anwesenheit der Bereitschaftspolizei und Sicherheitskräften relativ ruhiger ist, wird es über gewalttätige Auseinandersetzungen in Klein- und Großstädten rund um Teheran berichtet. In solchen Städten leben am häufigsten Leute, die sich das Leben in Teheran nicht leisten können und täglich zur Arbeit zwischen Teheran und Zuhause pendeln müssen. Dementsprechend sind sie stärker von der Benzinpreiserhöhung betroffen. In vielen Siedlungen und Städten in der Nähe von Teheran bleiben die Schulen heute noch zu.

Schahriar ist eine riesige Siedlung in der Nähe von Teheran:

Wie es in diesem kurzen Video zu sehen ist, geht es bei vielen Protestierenden nicht mehr nur um den Benzinpreis. Sie nehmen sondern das ganze politische System ins Visier. Besonders die Außenpolitik der Islamischen Republik wird klar und deutlich infrage gestellt:

Auf der Twitter-Seite von Perspektive-Iran sowie der vom Autor wird versucht, über aktuelle Entwicklungen zu berichten.

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